Abenteuer in der Tintenwelt - Hoheneck 2014

Jahr:

Meggie und Staubfinger

Nur sehr wenige Menschen besitzen die Fähigkeit, die ich, Meggie, habe: Ich kann Dinge aus Büchern heraus- und sogar in Bücher hinein lesen! Doch als mein Vater Mo entführt wurde, wusste ich, dass ich es alleine nicht schaffen würde, ihn aus der Tintenwelt zu befreien. So schrieb ich verzweifelt an meine Freunde vom MTA und siehe da - Groß und Klein eilte mir auf Burg Hoheneck zu Hilfe…

Als ich meine Lage geschildert und Staubfinger, selbst aus der Tintenwelt stammend, alle so gut es ging auf diese fremde Welt vorbereitet hatte, begann unser Abenteuer.

Ich tat mein Bestes, um alle heil hinüber zu lesen, doch müssen mir wohl einige Fehler unterlaufen sein. Denn dort angekommen war keiner mehr unversehrt: der eine blind, der nächste stumm und wieder ein anderer konnte nur noch in Reimen sprechen. Zum Glück konnten Staubfinger, meine heilkundige Freundin Brianna und ich mit Wildkräutern sowie Sprach- und Bewegungstherapien allen helfen, ihre lästigen Behinderungen loszuwerden.

Doch noch hatten wir keinen blassen Schimmer, wo mein Vater gefangen gehalten wurde! Da erzählte uns Brianna vom sagenumwobenen schwarzen Prinzen, dem Räuberhauptmann, der in den Wäldern hausen sollte. Er wisse vermutlich von allem, was dort vor sich geht, und war deshalb unsere einzige Hoffnung. Nach Einbruch der Dunkelheit machten wir uns also auf durch den gefährlichen Wald voller Geister - mit zahmen Feuerelfen als einzigem Schutz dabei.

Als der schwarze Prinz plötzlich aus einem Schatten auftauchte, jagte er so manchem einen gehörigen Schrecken ein - doch er war bereit, uns zu helfen! Er verriet uns, dass mein Vater auf der Burg der grausamen Elster eingekerkert war, und wies uns außerdem gleich einen Weg, wie wir an den Wachen vorbei kommen konnten: sie waren bestechlich! Zufällig hatte er auch einmal verschlüsselte Hinweise zu einigen seltenen Schätzen erbeutet, die in diesen Landen versteckt waren. Diese würden uns helfen können. Auf einmal ertönte aus dem Wald ein markerschütternder Schrei! Voller Panik ließ ich den Blick durch die Reihen meiner Freunde schweifen und musste entsetzt feststellen, dass Staubfinger nicht mehr bei uns war! Doch es gab nichts, was wir tun konnten. Im nächtlichen Wald herumzuirren würde niemandem helfen. Staubfinger würde allein zurechtkommen müssen…

Am nächsten Morgen brachen meine Freunde auf, um sich in Gruppen auf die Suche nach besagten Schätzen zu machen. Wie sich herausstellte, waren diese Ostereier -Auf in die Elsterburg! in dieser Welt ein ausgesprochen kostbares Gut! Als alle wieder heil ihren Weg zurück gefunden hatten, brachen wir sogleich wieder auf: zur Elsterburg! Mitten im Wald fanden wir sie von Schwaden düsteren Rauchs umgeben. Die Wache wurde wie prophezeit beim Anblick des Schatzes schwach und ließ die Kleinen und Unauffälligen unter uns hinein. Doch alles, was sie fanden, war Vaters Abschiedsbrief an die Elster! Und darunter sogar noch eine Notiz von Staubfinger! Das musste bedeuten, dass beide sich hatten befreien können. Nun galt es nur noch, ihre Aufmerksamkeit auf uns zu ziehen - so schürten wir ein Feuer und versammelten uns dort, um gemeinsam unsere Lieder in die Nacht schallen zu lassen. Und tatsächlich: nach einer Weile stolperten sowohl Staubfinger als auch Vater aus dem Wald in unseren Kreis. Beide erzählten von ihrer Gefangenschaft und wir berichteten im Gegenzug von allem, was wir in den vergangenen Tagen erlebt hatten.

Die letzte Aufgabe, die nun noch vor uns lag, war die Reise zurück in unsere Welt. Dieses Mal würde uns mein Vater hinüberlesen - um weitere Unfälle zu vermeiden… Doch schnell standen wir einem gewaltigen Problem gegenüber: Zu unserer Welt gibt es schließlich kein Buch, nichts Geschriebenes, in das wir uns hinein lesen könnten! So überlegten wir fieberhaft hin und her, bis uns schließlich die Lösung kam: wir wollten Fenoglio fragen, den Autor der Tintenwelt. Er solle uns ein Kapitel für die Heimreise schreiben.